Montag, 15. Juni 2015

Rezension: Mein Herz und andere schwarze Löcher von Jasmine Warga



Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: My Heart and other Black Holes
ISBN-13: 978-3737351416
Preis: 16,99€


»Ich küsse ihn. Wir küssen uns! Ich versuche, mich nicht zu fragen, ob das nun richtig oder falsch ist. Mein Herz hämmert, und ich hoffe, dass sein Herz genauso wild klopft. Ich weiß, dass die Menschen einander seit tausend Ewigkeiten küssen, aber jetzt, in diesem Augenblick, fühlt es sich an, als wäre das Küssen ein Geheimnis, das nur Roman und ich kennen.«

Wenn dein Herz sich anfühlt wie ein gähnendes schwarzes Loch, das alles verschlingt, welchen Sinn macht es dann noch, jeden Morgen aufzustehen? Aysel will nicht mehr leben – sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, sich für immer zu verabschieden. Als sie im Internet Roman kennenlernt, scheint er der perfekte Komplize für ihr Vorhaben zu sein. Und während die beiden ihren gemeinsamen Tod planen, spürt Aysel, wie sehr sich auf die Treffen mit Roman freut, wie hell und leicht ihr Herz sein kann. Und plötzlich ist der Gedanke, das alles könnte ein Ende haben, vollkommen unerträglich ... Aysel beginnt zu kämpfen. Um ihr Leben. Um sein Leben. Und um ihre gemeinsame Liebe.


Jasmine Warga lebt und schreibt in einem kleinen Dorf in Ohio. Sie glaubt daran, dass Ehrlichkeit das Allerwichtigste im Leben ist, und diese Ehrlichkeit kann jeder in ihren Texten spüren. Mit ›Mein Herz und andere schwarze Löcher‹ hat Jasmine Warga ein Debüt vorgelegt, das wie ein heller Stern am Himmel leuchtet.


Aysel ist gerade mal 16 Jahre alt - und doch möchte sie sterben. Doch das ist leichter gesagt als getan, wenn man Angst hat, einen Rückzieher zu machen oder es am Ende nicht richtig hinbekommt. Die Lösung, so findet Aysel, besteht darin, einen Selbstmordpartner zu finden. In einem Forum entdeckt sie dann FrozenRobot, einen Jungen namens Roman, der das gleiche vor hat wie sie. Beide sind unterschiedlich und doch gleich.

Nachdem ersten persönlichen Treffen, steht fest: Ja, sie beide werden Partner und gemeinsam sterben. Der Tag steht auch schon fest - der 7. April. Doch je näher der Tag kommt, desto näher kommen sich auch Aysel und Roman. Und Aysel merkt, dass es sich doch lohnen könnte, weiter zu leben...


"Was die meisten Leute nicht verstehen: Depressionen haben nichts mit der Umgebung, 
den äußeren Umständen zu tun. Es geht nur um die Innenwelt. Etwas in mir stimmt nicht. Klar, es gibt Dinge in meinem Leben, die mir ein Gefühl der Einsamkeit vermitteln, 
aber durch nichts fühle ich mich so isoliert und verängstigt wie durch die Stimme in meinem eigenen Kopf." 
~ Seite 59 ~


Ein ernstes und ergreifendes Thema mit dem sich Jasmine Warga in diesem Buch beschäftigt hat. Ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, wie ich diese Rezension zu Wort bringen soll. Mir hat dieses Buch gut gefallen, hat mich berührt und sogar zu Tränen gerührt. Auf eine Art und Weise, wie ich es zu Beginn nicht erwartet hatte. 

Aysel ist ein interessanter Charakter. Sie ist wird seit den Taten ihres Vaters von allen gemieden und anders behandelt, für etwas, wofür sie eigentlich nichts kann. Ihr Leben hat sich seitdem extrem verändert. Sie fühlt sich, als würde etwas in ihr alle Gefühle aufsaugen und sie leer zurück lassen. Das Einzige das bleibt, sind Schuldgefühle, die sie innerlich auffressen. Mir hat Aysel zu Beginn des Buches ein paar Schwierigkeiten gemacht, weil sie mir einfach zu leichtfertig mit dem Thema umging, aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, wurde sie mir doch sympathisch.


"Manchmal frage ich, ob mein Herz wie ein schwarzes Loch ist - eine Masse, so dicht, dass dort kein Raum für Licht bleibt. 
~ Seite 156 ~


Mit Roman, hatte ich ehrlich gesagt, so ziemlich die ganze Zeit über meine Probleme. Ich konnte einfach nicht warm mit ihm werden, warum auch immer. Dabei ist auch er ein besonderer Charakter. Eigentlich beliebt bei seinen Mitschülern, doch seit einem Vorfall vor einem Jahr, ist er nicht mehr er selbst und wird von Depressionen geplagt.

Jasmine Warga hat einen angenehmen und jugendlichen Schreibstil. Ihre Art, Gefühle und Gedanken auszudrücken, war emotional und berührend. Vor allem am Ende des Buches, wenn man die Anmerkung der Autorin liest und heraus findet, wieso sie dieses Buch geschrieben hat und welch große Bedeutung dahinter steckt.


Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Doch am Ende haben mir doch einige Dinge einfach gefehlt. Manche Beschreibungen im Buch waren unnötig detailliert, wobei ich mir bei anderen Stellen mehr gewünscht hätte. Dennoch ein emotionales und rührendes Buch, welches sich mit einem Thema beschäftigt, dass einen zum Nachdenken bringt. 

Deshalb vergebe ich: 3,5 von 5 Schneeflocken


Vielen Dank an Vorablesen.de und den Fischer Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

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