Montag, 25. Februar 2013

Rezension: Worte sind nicht meine Sprache von Aiden Chambers


Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Knesebeck
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Dying to Know You
ISBN - 10: 3868735070
ISBN - 13: 978-3868735079
Preis: 16,95€


Kurzbeschreibung:
Karl ist verliebt und verzweifelt zugleich: Der 18-Jährige soll eine Reihe von Briefen verfassen, durch die Fiorella, das Mädchen seiner Träume, mehr über ihn und seine Geheimnisse herausfinden will. Doch Karl leidet unter Legasthenie, und so fasst er einen ungewöhnlichen Plan: Er bittet Fiorellas Lieblingsautor um Hilfe, nicht ahnend, dass dies zu einer Kette ungeahnter Verwicklungen führt und fast in einer Katastrophe endet, die das Leben für sie alle von Grund auf verändert ...
Aidan Chambers, geboren 1934, gehört zu den herausragenden englischsprachigen Jugendbuchautoren der Gegenwart. Für seine Werke wurde er u.a. mit dem Michael L. Printz Award, der Carnegie- Medaille für Literatur und der Hans-Christian- Andersen-Medaille ausgezeichnet. *website*

Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht so genau wie ich dieses Buch rezensieren soll und ob es meiner Bewertung überhaupt gerecht wird.

" Es ist leichter, jemandem zu helfen, wenn man weiß, was ihm zu schaffen macht, und genug Zeit hatte, über alles nachzudenken, bevor man sich damit auseinandersetzt. "
(S. 110)

In diesem Roman geht es um einen Autor (das Buch wird aus seiner Perspektive erzählt), der überraschenden Besuch von einem jungen Mann (Karl, 18) bekommt, der ihn um einen Gefallen bittet. Karl soll seiner Freundin Fiorella Briefe/E-Mails schreiben, indem er persönliche Fragen beantwortet. Eigentlich keine schwere Sache, doch Karl ist Legastheniker und hat mit geschriebenen Worten so seine Probleme. Deshalb bittet er Fiorellas Lieblingsautor um Hilfe, der spontan zustimmt, womit die Geschichte ihren Lauf nimmt.

Zu Beginn des Buches war ich ein wenig von der Sichtweise verwirrt, da ich angenommen hatte, dass das Buch aus Karls Sicht erzählt wird. Ich persönlich hätte dies nämlich bevorzugt und fand die gewählte Perspektive deshalb etwas unpassend, da ja Karls Geschichte erzählt wird.

Viele Parallelen lassen sich mit der Zeit zwischen dem Autor und Karl feststellen. Der Autor, dessen Namen man übrigens nicht erfährt, war selbst in jungen Jahren Legastheniker, ehe er anfing, Romane zu schreiben. Vor einigen Jahren ist dann seine Frau verstorben, was ihn in eine schwere Depression gestürzt hat. Seitdem schreibt er nicht mehr...


Als Karl in sein Leben tritt, jung und kräftig, stellt der Autor bald fest, dass sie einiges gemeinsam haben. Den Charakter von Karl mochte ich besonders. Er ist ruhig, tiefgründig und hat einen schweren Verlust erlitten, der ihm immer noch zu schaffen macht. Aber da er sehr in sich gekehrt ist und so gut wie nichts von sich preisgibt, fiel es mir sehr schwer, ihn richtig "kennenzulernen".

In diesem Buch geht es hauptsächlich um Karl und seine Entwicklung. Denn Karl verändert sich ab dem Moment, an dem er den Autor um Hilfe bittet. Er durchlebt schöne, aber auch traurige Phasen, während er versucht, herauszufinden, wer er wirklich ist. Der Autor kommt in dieser Erzählung eher nebensächlich vor, weshalb ich die Perspektive auch unpassend finde.

Fiorella fand ich von Anfang an komisch. Erst hatte ich angenommen, dass sie eine nette Person ist, aber je mehr ich über sie erfuhr, desto unsympathischer wurde sie mir. Sie ist egoistisch, zickig und unglaublich nervig. Gott sei Dank merkt das Karl auch irgendwann.

" Das Leben ist nicht wie ein Roman, aber ein Roman kann wie das Leben sein.
Auf die besten trifft das stets zu. "
(S. 133)

Dieses Buch ist sehr... tiefgründig und still. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht wie ich es anders beschreiben soll. Die Handlung ist sehr ruhig, von Spannung keine Spur. Dies führte dazu, dass ich mich oft langweilte. Das klingt jetzt zwar sehr negativ, aber leider entspricht es der Wahrheit. Ich hatte von diesem Buch einfach etwas völlig anderes erwartet.

Der Schreibstil war für mich etwas ganz neues. Er besteht eigentlich nur aus Dialogen, was mich oft verwirrt hat, weil ich irgendwann nicht mehr genau wusste, wer jetzt was sagt. Auch wird oft von einem Thema zum nächsten gesprungen, was zusätzlich für Verwirrung sorgt.

Leider muss ich sagen, dass mir das Buch nicht so gut gefallen hat, wie ich anfangs gehofft hatte. Vielleicht habe ich einfach zu viel erwartet oder besser gesagt, etwas ganz anderes erwartet, weshalb ich jetzt enttäuscht bin. Das Thema in diesem Buch ist tiefgründig und bewegend, aber durch die fehlende Spannung und die blassen Charaktere konnte mich das Buch so gut wie gar nicht fesseln. Dennoch: Wer sich auf etwas neues einlassen will und ein ruhiges Buch lesen möchte, sollte "Worte sind nicht meine Sprache" eine Chance geben.

Ich vergebe: 2 von 5 Schneeflocken


Vielen Dank an Lovelybooks für die Leserunde, an den Autor und natürlich an den Knesebeck-Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplares!

1 Kommentar:

  1. Hey,

    Deine Rezi ist sehr überzeugend :) Es ging mir mit dem Buch ähnlich wie dir. Die Idee war an sich gut, aber irgendetwas fehlte und die Charaktere sind wirklich sehr blass geblieben...

    Heute habe ich auch einen Award für dich dabei:
    http://dreaming-till-midnight.blogspot.de/2013/03/unser-zweiter-award.html

    Liebe Grüße,

    Evelyn

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